Ein vorweihnachtliches Wunder

Kupa, der 2016 mit einem offenen Rückenmark und Wasserkopf zur Welt gekommen ist, wurde im Jahr 2017 operiert. Die nötigen finanziellen Mittel dafür konnten wir damals durch einen Spendenaufruf auftreiben. Jede körperliche Betätigung war für Kupa eine große Herausforderung. Er konnte erst mit ca. drei Jahren sitzen, konnte sich nur durch Robben am Sandboden fortbewegen und musste von seiner Mutter getragen werden, wenn sie weitere Distanzen zu bewältigen hatten. Die Mutter ist selbst seit Jahren krank und hat noch zwei Söhne, einer davon ist taub-stumm! Der Vater arbeitet auf einer zwar nahegelegenen Farm, ist aber trotzdem selten Zuhause, weil er auf die Tiere der Farm aufpassen muss.

Da die Familie am Land lebt, ist es immer ein großer zeitlicher und finanzieller Aufwand, wenn Kupa zum Arzt oder zur Physiotherapie in die Hauptstadt fahren muss. Bei der Physiotherapie in Harare lernte die tüchtige Mutter, wie sie ihrem Sohn auch zuhause helfen konnte – so stellte sie ihn beispielsweise in einen Kübel, damit er stehen lernen konnte. Sie arbeitete und trainierte ständig mit dem Kleinen. Da sich eine Familie aus Tirol Anfang 2020 für eine Patenschaft interessierte, schlugen wir vor, dass sie Kupa als Patenkind übernehmen konnten. Gesagt getan. Das Paar aus Innsbruck unterstützt Kupa nun monatlich, damit seine medizinische Versorgung gesichert ist und er auch in allen anderen Lebensbereichen gut versorgt ist.

Im Sommer 2021 konnten wir einen Brief, Fotos und Geschenke von der Patenfamilie für Kupa und seine Familie mitnehmen. Sie freuten sich riesig über die Aufmerksamkeit und waren sehr dankbar. Vor ein paar Monaten, als wir Kupa besuchten, robbte er noch fröhlich am Boden herum. Aus heiterem Himmel erhielten wir im Herbst ein Video von dem kleinen Jungen, in dem er laufend zu sehen war. Die Mutter berichtete uns hoch erfreut, dass Kupa in den vergangenen Wochen gehen gelernt hatte. Es sieht zwar noch sehr beschwerlich aus, aber für Kupa und seine Familie ist dies ein riesiger Meilenstein. Für uns war es wie ein Wunder und zeigte uns erneut, was mit harter Arbeit und felsenfestem Glauben alles möglich ist.

Auf diesem Wege möchten wir uns bei allen Spendern bedanken, die die Operation von Kupa ermöglicht haben und bei der Patenfamilie von Kupa, die dem Kleinen ein besseres Leben ermöglicht! vielen vielen Dank!!

Hier ein paar Bilder vom kleinen Sonnenschein Kupa und seiner Familie:

Unsere Patenkinder Ropa & Kupa

Während unseres letzten Aufenthaltes in Simbabwe, konnten wir unsere Patenkinder Ropa und Kupa, die beide in Bohera leben, im August 2021 besuchen.

Kupa, der aufgrund seiner körperlichen Beeinträchtigung (Wasserkopf und offenes Rückenmark bei der Geburt) leider immer noch nicht stehen und gehen kann, geht es soweit sehr gut. Er ist ein aufgeweckter Junge, „a little monkey“ nannte ihn seine Tante liebevoll, da er ständig quatscht und nie still sitzt – er kann sich durch Robben fortbewegen oder wird von seinen Eltern oder seinen Brüdern getragen. Er freute sich sehr über die Geschenke, die wir für ihn von seinen Pateneltern aus Tirol mitgebracht hatten. Auch für seine beiden Brüder gab es kleine Geschenke und einen Brief für die ganze Familie, damit sie ihre Familie in Tirol besser kennenlernen konnten. Die monatliche Unterstützung durch die Patenschaft, ermöglicht den Eltern, Kupa immer wieder untersuchen und behandeln zu lassen. Die Mutter, die seit Jahren krank ist und einen Tumor im Knie hatte, arbeitet sehr hart, doch auch sie bräuchte finanzielle Unterstützung, um ihre Behandlung fortsetzen zu können. Der Vater arbeitet nicht weit entfernt von ihrem Zuhause auf der kleinen privaten Farm von Martin und Nicole und hat so ein kleines Einkommen. Vorher arbeitete er weit entfernt und konnte nur selten nachhause kommen. Zumindest ist die Familie nun zusammen und der Vater kann seine Frau mehr bei der Kinderbetreuung unterstützen. Wir waren wieder einmal sehr beeindruckt von der Stärke und der Lebensfreude der Mutter – trotz aller Schwierigkeiten, die sie in ihrem Leben meistern muss.

Fotos von Kupa und seiner Familie:

Ropa ist nun schon ein ziemlich großes Mädchen – bei unserem letzten Besuch wurde sie noch von ihrer Mutter am Rücken getragen. Sie ist ein ernstes und schüchternes Mädchen – was in Simbabwe üblich ist bei Kindern. Sie sind Besuch und neue – vor allem weiße Menschen nicht gewohnt. Auf den Fotos unten kann man erkennen, dass sie sich nicht ganz sicher über unseren Besuch war. Doch auch sie freute sich sehr über die tollen Geschenke ihrer Patenfamilie und fütterte ihre Puppe sofort mit der kleinen Milchflasche. Spielsachen haben die meisten Kinder dort fast keine – doch sie wusste sofort, was sie mit der Puppe machen kann, da sie erst vor ein paar Monaten ein Geschwisterchen bekommen hatte. Nun kann sie ihrer Puppe spielen, während sich die Mutter um das Baby kümmert.

Fotos von Ropa und ihrer Familie:

Wir bedanken uns herzlich für die großzügige Unterstützung der beiden Patenfamilien aus Tirol!

Wir durften außerdem beiden Familien jeweils ein Solarkid von Abiola übergeben, damit sie Licht in ihren Hütten haben und Geräte wie Handys aufladen können. Auch hierfür möchten wir uns herzlich bedanken.

Wenn auch sie Pate werden wollen, können Sie sich gerne bei uns melden – sobald wir Kinder im „Faith Farm Children´s Home“ aufgenommen haben, werden wir wieder neue Patenschaften machen können. Mehr Informationen über unsere Patenschaften finden Sie HIER.

Kupa’s neue Patenfamilie

Nach einer Informationsveranstaltung im Juni 2020 entschied sich ein Paar aus Innsbruck, eine Patenschaft für Kupa zu übernehmen, um ihm regelmäßige Untersuchungen im Krankenhaus, Medikamente, Physiotherapie, eine ausgewogene Ernährung, eine gute Schulbildung und vieles mehr zu ermöglichen.

Die finanzielle Unterstützung durch die Paten, erleichtert das Leben der Eltern und der Geschwister von Kupa drastisch.

Wir bedanken uns ganz herzlich im Namen der Familie und wir freuen uns über die großzügige Unterstützung.

Lesen Sie hier mehr über unsere bisherigen Patenschaften.

Sobald Kinder im „Faith Farm Children’s Home“ leben, werden wir aktiv Patenschaften für jedes einzelne Kind suchen. Falls Sie Interesse haben, eine Patenschaft zu übernehmen, dann melden sie sich bitte bei uns und wir nehmen Sie in unsere Liste auf.

Vielen Dank im Voraus,

der Vorstand von Kurima

Weihnachten in Simbabwe Teil 1

Obwohl wir nur zwei Wochen in Simbabwe verbracht haben, gibt es einiges zu berichten!
Als wir am 23.12.2018 endlich in der Hauptstadt Harare ankamen, hatten Martin und ich Tränen in den Augen. Als wir dann auch noch von einigen unserer früheren Schützlingen überraschend am Flughafen empfangen wurden, waren wir total aus dem Häuschen. Das Wiedersehen war herzzerreißend.
Wir verbrachten die ersten zwei Nächte in Harare, wo wir versuchten ein Auto zu einem halbwegs erschwinglichen Preis auszuleihen (Preise sind enorm gestiegen!). Als wir nach zwei Tagen endlich einen Truck gefunden hatten und uns auf den Weg in den Busch gemacht hatten, blieb das Auto nach guten 30 Minuten Fahrt einfach mitten in der Stadt stehen. Die Kupplung war kaputt und musste ersetzt werden! Bei ca. 35 Grad im Schatten, saßen wir nun in unserem Truck und warteten und warteten auf einen Mechaniker. Keine Rede von Abschleppdienst oder OEAMTC. Wir blockierten einfach eine Seite der Hauptstraße mitten in Harare. Ein paar Straßenverkäufer halfen uns, den Truck zumindest an den Straßenrand zu schieben. Als der Mechaniker endlich da war, erkannte auch er, dass die Kupplung im Eimer war. Da es der 25.12. war, waren einige Shops geschlossen. Trotzdem schafften der Mechaniker und Martin es, die Ersatzteile zu ergattern. Nach drei Stunden ging die Fahrt endlich Richtung Bohera weiter. Ich war besonders stolz auf unsere beiden Jungs, die trotz Hitze, Schmutz und Lärm auf der Straße, sehr geduldig mit mir im Auto gewartet hatten.

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Im Auto

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In der Hauptstadt

Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir endlich in Bohera an, wo wir von singenden und tanzenden Freunden und Verwandten begrüßt worden sind.
Das Leben am Land ist sehr einfach – die Menschen haben nicht viel, sind aber trotzdem extrem zufrieden. Die Kinder sind sehr ruhig, manche, die zu wenig zu essen haben sind sogar zu ruhig, fast schon apathisch. Andere jedoch, denen es nicht an Nahrung mangelt, spielen den ganzen Tag im Sand, hüten die Ziegen ihrer Eltern, klettern auf Bäumen und essen Mangos. Die älteren Kinder müssen natürlich auch viel Zuhause helfen.

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Frische Mangos vom Baum

Es gibt kein fließendes Wasser – nur jede Menge Eimer, die jeden Tag mit Wasser aus dem Brunnen aufgefüllt werden. Dies ist eine Wissenschaft für sich – jeder Eimer mit Wasser wird für unterschiedliche Dinge verwendet, z.B. einer für Trinkwasser, einer mit Wasser zum Kochen, einer für Abwasch/Putzen, einer zum Baden usw. Gekocht wird am offenen Feuer!

bty

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Da Reinlichkeit in Simbabwe sehr gross geschrieben wird, dürfen diese Eimer auch nicht verwechselt werden. Wenn dann auch noch Kinder mit Wasser spielen, so wie unser Samuel, machen alle große Augen – was auch verständlich ist. Leider konnte er mit seinen 15 Monaten nicht verstehen, warum er bei dieser Hitze (ca. 40 Grad) nicht mit Wasser spielen durfte. Wasser ist in solchen Regionen besonders wertvoll und jeder Tropfen wird dort auch geschätzt.
Da es keinen Strom bzw. nur vereinzelt Solarpanele für ein oder zwei Lampen am Abend gibt, ist man gezwungen, einen sehr gesunden Schlafrhythmus zu entwickeln. Spätestens um 21 Uhr wird dort geschlafen bis um 6 Uhr morgen wieder die Sonne aufgeht.

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Sonnenuntergang um 18 Uhr

Nur zu Weihnachten feierten wir bis tief in die Nacht hinein – diese Menschen können tanzen und feiern – das ist unbeschreiblich. Es war ein ganz besonderes, nicht sehr stilles Weihnachtsfest für uns. Keine Geschenke, kein Konsum – stattdessen gutes Essen, viele liebe Menschen, laute Musik und viel Tanz und Gesang. Es war großartig!

Auch Kupa, seine Eltern und seine beiden Brüder konnten wir in Bohera besuchen. Die Familie zeigte sich immer noch sehr dankbar dafür, dass wir die Operationen von Kupa und seiner Mutter durch die Hilfe unserer Spender ermöglichen konnten.
Die OP-Wunde an Kupa’s Rücken ist gut verheilt und auch der Shunt an seinem Hinterkopf hat große Wirkung gezeigt – sein Kopf ist nun viel kleiner als vorher und hat eine normale Form angenommen. Der Shunt muss in den nächsten Monaten im Krankenhaus in Harare ausgetauscht werden.

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der kleine Kupakwashe

Obwohl Kupa nun schon zwei ein halb Jahre alt ist, ist er immer noch sehr klein und mager. Seine Entwicklung scheint verzögert zu sein. Dank der Operation kann er nun selbstständig sitzen und sich durch krabbeln zumindest ein bisschen selbst fortbewegen. Um gehen zu lernen, braucht er weiterhin viel Physiotherapie. Dies stellt für die Familie eine große Herausforderung dar, denn die Physiotherapie können sie nur in der ca. 4 Stunden entfernten Hauptstadt in Anspruch nehmen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann die Reise dorthin noch länger dauern.
Auch seiner Mutter geht es Dank ihrer Operation am Knie viel besser, sie hat jedoch immer wieder Schmerzen. Daher halfen wir ihr mit Medikamenten, Geld für Transportkosten und mit Kleidung und Schuhen für ihre drei Söhne.
Es war sehr schön und gleichzeitig sehr emotional Kupa’s Familie wiederzusehen. Die Operationen haben sehr viel in ihrem Leben verbessert und obwohl sie sich nicht beklagt haben, kann man doch feststellen, dass das Leben der Familie immer noch sehr schwer und hart ist.

Lesen Sie hier mehr über Kupa und seine Familie

Bald erfahren Sie mehr über unsere Reise…