Faith Farm Children´s Home Update September 2021

Im Sommer 2021 war es endlich so weit – wir konnten wieder nach Simbabwe reisen. Martin war insgesamt 7 Wochen dort, Anja, ich und unsere beiden Söhne reisten Anfang August nach und blieben 4 Wochen.

Die meiste Zeit verbrachten wir in Chegutu und konnten beim Aufbau des ersten Kinderdorfes (insgesamt sollen drei Dörfer in Zukunft entstehen) dabei sein.

Der Baufortschritt in dieser kurzen Zeit war enorm. Als wir ankamen hatten erst drei Hütten ein Dach. Als wir nach Hause flogen, fehlte nur mehr bei zwei von den acht Hütten das Dach. Während unseres Aufenthaltes konnten wir sogar schon in der Hütte der zukünftigen Mutter schlafen. Diese war schon komplett fertig gestellt – auch ein Badezimmer befindet sich dort und die Toilette und Dusche wurde mit fliesendem Wasser ausgestattet. Es war eines der größten Highlights für mich, als ich zum ersten Mal die Klospülung betätigte und diese funktionierte!

Dinge, die für uns in Europa so normal sind, sind dort eine große Herausforderung und ein Segen, wenn man sie hat. Der Bauer Sixtus und seine Frau benutzen jeden Tag ein Plumpsklo – zumindest wurde für sie ein richtiger Klositz installiert. Aber man lernt auch sehr schnell mit weniger zurecht zu kommen und vermisst den Luxus, den wir in Österreich haben nicht wirklich. Es tut sogar gut, mal ohne Strom und Internet zu leben. Man entwickelt einen gesunden Tagesrhythmus, da man früh schlafen geht (ab 18 Uhr ist es dunkel und im Winter auch kalt) und man steht früh wieder auf. Als wir ankamen war es anfangs noch frisch, am Abend und in der Nacht sogar richtig kalt. Aber nach zwei Wochen war es untertags schon richtig heiß – 31 Grad – der Frühling war also angekommen. Nur in Harare, in der Hauptstadt ist es eigentlich fast immer kühler.

Der Alltag im Faith Farm Children´s Home sieht ungefähr so aus:

Sixtus kümmert sich um die Tiere, vor allem um die Ziegen, da diese aufs Feld müssen, er geht also mit ihnen raus und passt auf, das kein Tier abhanden kommt. Martin und Sixtus haben für die 30 Ziegen einen Stall aus Holz und getrocknetem Gras gebaut, damit sie mehr Platz haben. Auch die Hühner und die drei Welpen haben einen neuen Schlafplatz bekommen. Die Frau von Sixtus hilft im Garten mit und kümmert sich um die Kinder und um das leibliche Wohl ihrer Familie.

Auch Anja und ich halfen beim Kochen am Feuer mit – ein schwieriges Unterfangen, da sich die Tiere meistens frei bewegen und vor allem die Hühner schwer vom Essen wegzuhalten sind. Das Waschen mit der Hand war auch eine Herausforderung für uns. Die Wäsche wird nämlich wirklich sehr schmutzig vom ganzen Dreck und Staub, in dem man sich den ganzen Tag befindet. Also hatten auch wir vormittags meist genug Arbeit mit Wäsche waschen, kochen und unsere Hütte aufräumen. Ein Haus sauber zu halten ist nicht einfach, wenn überall Sand liegt. Wenn das Kinderheim fertig gebaut ist, wollen wir unbedingt einen Rasen anlegen.

Bevor die Dusche funktionierte, mussten wir mit einem Kübel baden – Wasser vom Brunnen holen, Wasser aufwärmen und sich so gut wie möglich waschen. „Wie sollen wir uns eigentlcih die Haare waschen?“, fragte mich Anja einmal ganz verlegen. Meine Antwort: „Einfach den Kopf in den Kübel stecken, Haare nass machen und waschen!“ Die einfachsten Dinge, werden dort zur Herausforderung, bis man sich eben daran gewöhnt hat. Alles dauert etwas länger, aber Stress hatten wir (und auch die anderen) zum Glück keinen, also konnten wir diese ungewöhnliche Situation genießen und oft herzhaft über uns selbst lachen.

Der Aufbau der acht unterschiedlich großen Hütten ist also voll im Gange. Moses, der Bauleiter und seine 6 Mitarbeiter (seine Brüder und ein Cousin) arbeiten unermüdlich, von 7 Uhr morgen bis 18 Uhr abends, wenn die Sonne untergeht – meistens sieben Tage die Woche. Sie sind alle weit von ihren Familien entfernt, arbeiten sehr hart und haben trotzdem immer ein Lächeln und einen Scherz auf den Lippen. Jedes Mal wenn wir an ihnen vorbei gingen, begrüßten sie uns freundlich und lernten vor allem Anja neue Shona Begrüßungen und Wörter.

Die erste Nacht in Chegutu fühlte ich mich ein bisschen unsicher und schlief nicht gut. Doch die beiden großen Hunde Lion und Shumba beschützten und bewachten unsere Hütte meist die ganze Nacht – so fühlten wir uns sicher und hatten keine Angst. An unserem vorletzten Abend wollten uns die Bauarbeiter etwas vorführen. Wir waren sehr gespannt und dachten, sie wollten uns einen traditionellen Tanz zeigen. Zu unserem Erstaunen führten sie uns alle mögliche Karatetricks vor. Wir waren begeistert und fühlten uns natürlich noch sicherer. Moses, der älteste Bruder, der auch der Chef von allen ist, ist ein sehr liebenswürdiger und ehrlicher Mann – ein großartiger Führer für seine Schützlinge. Er hat den schwarzen Gürtel in Karate und lernt es den anderen. So haben sie einen Ausgleich zur Arbeit und verbringen ihre Freizeit mit sinnvollem Training. Meistens stehen sie um 3 Uhr früh auf und trainieren eine Stunde. Auch Abends wird oft noch beim Lagerfeuer trainiert. Wir waren überaus beeindruckt von ihrer Motivation und ihrer positiven Einstellung.

Während der vier Wochen, die wir dort verbracht haben, arbeiteten die Männer vor allem an der größten Hütte, welche als Küche und Aufenthaltsraum dienen wird. Sie hat einen Durchmesser von 9 Metern. Als sie fertig gemauert war, arbeiteten sie ein paar Tage lang am Dach, anschließend wurde sie innen und außen verputzt. Es war wirklich toll, jeden Tag den Baufortschritt mitzuerleben.

Anja und ich halfen Mai Ane (Frau von Sixtus) dabei einen Zaun für den Garten zu bauen, damit die Hühner und Ziegen nicht alles abfressen können. Dabei verwendeten wir auch Äste und getrocknetes Gras bei dem wir aufpassen mussten, dass sich keine Schlangen darunter versteckten.

Wir waren an vielen verschiedenen Orten, aber die Kinder genossen die Zeit in Chegutu am meisten. Dort hatten sie Platz zum herumlaufen, sie machten Feuer, sie spielten mit Sand und mit den Tieren – naturverbunden und ohne Spielsachen ist es für die Kinder am Schönsten.

Abends kochte Mai Ane immer für alle Sadza (Maismehlbrei) mit Gemüse, Bohnen, Fisch oder Fleisch. Wir saßen am Boden, am Lagerfeuer, unterhielten uns schauten in den Sternenhimmel der zum Greifen nah schien. Am ersten Abend, als wir mit unseren Taschenlampen am Weg zu unserer Hütte waren, blieb Anja auf einmal stehen und zeigte erstaunt zum Himmel. Sie traute ihren Augen nicht und fragte verblüfft: „Ist das echt die Milchstraße?“ Als wir nickten konnte sie es kaum glauben. Es war wirklich wunderschön. Auch der Vollmond und die Sonnenuntergänge sind dort wunderschön – fast kitschig. Ein weiteres Erlebnis war, dass wir Abends Löwen hörten – das Brüllen klang als wären sie nur ein paar Meter von uns entfernt. Aber tatsächlich leben sie ungefähr 5 Kilometer vom Kinderheim entfernt in einem kleinen Nationalpark, den wir dann auch mal besuchten.

Obwohl wir vor der Reise sehr aufgeregt und auch besorgt waren, vor allem wegen der angespannten (Covid-) Situation, war die Zeit unglaublich schön und einfacher als wir es uns vorgestellt hatten. Natürlich war es teilweise anstrengend, da wir mit sehr viel Gepäck reisten (Anja, die Kinder und ich brachten 8 Koffer nach Simbabwe, mehr als die Hälfte davon Spendengüter für das Kinderheim) und auch oft zu verschiedene Orte mussten. Überall mussten wir unsere Lebensmittel, warmen Decken und Kübel zum Baden mit hinnehmen. Doch wir waren ein gutes Team, meist gut drauf und alle kerngesund, worüber wir sehr froh waren. Wir sind dankbar für jedes Erlebnis, jede Person, die wir treffen konnten, jede Arbeit, die wir verrichten konnten. Wir sind uns sicher, dass wir nächstes Jahr wieder hinfliegen werden!

Am 10.12. werden wir voraussichtlich wieder beim Dinnerclub in Innsbruck kochen. Sarah Wegscheider wird für Kurima singen und wir werden über unsere Reise berichten. Genauere Informationen dazu folgen noch.

Danke für Ihre Unterstützung, ohne welche wir unseren Traum vom eigenen Kinderheim nicht verwirklichen könnten.

Alles Liebe inzwischen,

Nicole

Unsere Patenkinder Ropa & Kupa

Während unseres letzten Aufenthaltes in Simbabwe, konnten wir unsere Patenkinder Ropa und Kupa, die beide in Bohera leben, im August 2021 besuchen.

Kupa, der aufgrund seiner körperlichen Beeinträchtigung (Wasserkopf und offenes Rückenmark bei der Geburt) leider immer noch nicht stehen und gehen kann, geht es soweit sehr gut. Er ist ein aufgeweckter Junge, „a little monkey“ nannte ihn seine Tante liebevoll, da er ständig quatscht und nie still sitzt – er kann sich durch Robben fortbewegen oder wird von seinen Eltern oder seinen Brüdern getragen. Er freute sich sehr über die Geschenke, die wir für ihn von seinen Pateneltern aus Tirol mitgebracht hatten. Auch für seine beiden Brüder gab es kleine Geschenke und einen Brief für die ganze Familie, damit sie ihre Familie in Tirol besser kennenlernen konnten. Die monatliche Unterstützung durch die Patenschaft, ermöglicht den Eltern, Kupa immer wieder untersuchen und behandeln zu lassen. Die Mutter, die seit Jahren krank ist und einen Tumor im Knie hatte, arbeitet sehr hart, doch auch sie bräuchte finanzielle Unterstützung, um ihre Behandlung fortsetzen zu können. Der Vater arbeitet nicht weit entfernt von ihrem Zuhause auf der kleinen privaten Farm von Martin und Nicole und hat so ein kleines Einkommen. Vorher arbeitete er weit entfernt und konnte nur selten nachhause kommen. Zumindest ist die Familie nun zusammen und der Vater kann seine Frau mehr bei der Kinderbetreuung unterstützen. Wir waren wieder einmal sehr beeindruckt von der Stärke und der Lebensfreude der Mutter – trotz aller Schwierigkeiten, die sie in ihrem Leben meistern muss.

Fotos von Kupa und seiner Familie:

Ropa ist nun schon ein ziemlich großes Mädchen – bei unserem letzten Besuch wurde sie noch von ihrer Mutter am Rücken getragen. Sie ist ein ernstes und schüchternes Mädchen – was in Simbabwe üblich ist bei Kindern. Sie sind Besuch und neue – vor allem weiße Menschen nicht gewohnt. Auf den Fotos unten kann man erkennen, dass sie sich nicht ganz sicher über unseren Besuch war. Doch auch sie freute sich sehr über die tollen Geschenke ihrer Patenfamilie und fütterte ihre Puppe sofort mit der kleinen Milchflasche. Spielsachen haben die meisten Kinder dort fast keine – doch sie wusste sofort, was sie mit der Puppe machen kann, da sie erst vor ein paar Monaten ein Geschwisterchen bekommen hatte. Nun kann sie ihrer Puppe spielen, während sich die Mutter um das Baby kümmert.

Fotos von Ropa und ihrer Familie:

Wir bedanken uns herzlich für die großzügige Unterstützung der beiden Patenfamilien aus Tirol!

Wir durften außerdem beiden Familien jeweils ein Solarkid von Abiola übergeben, damit sie Licht in ihren Hütten haben und Geräte wie Handys aufladen können. Auch hierfür möchten wir uns herzlich bedanken.

Wenn auch sie Pate werden wollen, können Sie sich gerne bei uns melden – sobald wir Kinder im „Faith Farm Children´s Home“ aufgenommen haben, werden wir wieder neue Patenschaften machen können. Mehr Informationen über unsere Patenschaften finden Sie HIER.

Martin in Simbabwe

Seit 19. Juli 2021 ist Martin nun in Simbabwe. Nachdem er die ersten Hürden überwunden hatte, konnte er sich voll und ganz dem Aufbau des FAITH FARM CHILDRENS HOME widmen. Es ist auch in Simbabwe schwierig, manche Baumaterialien zu erhalten. Auch die Preise sind stark nach oben gegangen. Wir lassen uns jedoch nicht beirren und arbeiten weiter, um unseren Traum zu verwirklichen.

Wir wissen, dass es ohne IHRE Unterstützung nicht möglich wäre, Kindern in Simbabwe ein neues und besseres Leben zu ermöglichen. Deshalb möchten wir Ihnen von Herzen danken!

Danke für Ihr Vertrauen und für Ihre Hilfe!

Sobald Anja, Nicole und die Kinder in Simbabwe sind, wird es wieder Updates geben. Folgen Sie uns auch auf Facebook und Instagram um immer die neuesten Bilder und Informationen zu erhalten.

Alles Gute und einen schönen Sommer,

der Vorstand.

Reise nach Simbabwe 2021

E N D L I C H

Endlich können wir wieder nach Simbabwe reisen! Seit zwei Jahren warten wir darauf und nun ist es bald so weit!

Martin wird Mitte Juli nach Simbabwe fliegen und beim Aufbau des ersten Kinderdorfes dabei sein! Bis jetzt wurden dort alle Fundamente für die Rundhütten gebaut, das erste Badezimmer steht und die Hütte für die Mutter und die kleinen Kinder wird gerade gebaut. Martin wird sich vorrangig um den Aufbau und alle rechtlichen Dinge kümmern.

Im August werden dann Anja (im Vorstand), Nicole und ihre beiden Söhne nach Simbabwe reisen. Es gibt einiges zu tun sein – unter anderem müssen pädagogische Konzepte in Zusammenarbeit mit Mama Nomsa erstellt werden, die ersten Hütten müssen eingerichtet werden, die Namen der Ziegelsteinspender werden an die Mauer des Aufenthaltsraums angebracht werden.

Wenn auch Ihr Name im ersten Kinderdorf verewigt werden soll, dann bitten wir Sie um Ihre Ziegelspende.

Für unsere Reise benötigen wir noch einige Dinge. Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie uns dabei helfen möchten folgende Dinge zu sammeln: englische Kinderbücher, Taschenlampen (am besten Solarbetrieben), Erste Hilfe-Utensilien, Medikamente, Moskitonetze, Wasserfilter…

Wir freuen uns, Ihnen bald mehr Updates und Fotos aus Simbabwe senden zu können.

Das Jahr 2020 – ein Rückblick

Das 2020 etwas anders verlief, als wir es uns alle vorgestellt haben, das ist wohl für niemanden neu. Diese spezielle Zeit hat jeden Menschen unterschiedlich beeinflusst. Jede Familie, jede Unternehmen und natürlich auch jeden Verein, wie wir es sind. Wir alle haben gewissen Veränderungen durchlebt.

Viele geplante Aktivitäten von und für Kurima konnten nicht stattfinden. Seien es nun zum Beispiel unser Benefizkonzert mit den Wiltener Sängerknaben oder auch unsere geplante Reise nach Simbabwe im Sommer, um vor Ort bei wichtigen Planungs- und Bauschritten mitzuhelfen. Und dies ist nur ein kleiner Ausschnitt davon, an was wir uns dieses Jahr anpassen mussten.

Also, welches Resümee ziehen wir nun aus diesem außergewöhnlichen Jahr?

Ganz einfach! Wir blicken, trotz allem, definitiv in eine positive und sehr freudige Zukunft. Gerade im Dezember konnten wir mit unserem lang geplanten Projekt, dem Bau des Faith Farm Children´s Home, beginnen! Nun stehen bereits die erste sanitäre Anlage und die Fundamente für die restlichen Gebäude.

Was wir auf alle Fälle hervorheben müssen, ist die tatkräftige Unterstützung, die wir in dieser schwierigen Phase erhalten haben. Viele neue Mitglieder haben sich unserem Projekt angeschlossen und sind mit Herzblut bei der Sache. Und die Mitglieder, auf die wir schon seit Jahren zählen können, haben ihre Arbeit noch weiter intensiviert und stehen uns in allen Belangen zur Seite.

Aber nicht nur das! Auch Leute, die nur von uns aus der Zeitung oder über Social Media erfahren haben, haben sich gemeldet, weil sie zum Beispiel Sachspenden für die Märkte bereitstellen wollten.

Und was war auf den Bauernmärkten los, die rund um Weihnachten, zum Glück, stattfinden konnten? Da sahen wir eine Großzügigkeit, die sehr vieles, was wir bis jetzt erlebt haben, überstiegen hat. Gerade in solchen Zeiten denken die Menschen erfreulicherweise auch an jene Leute, die es um einiges schwieriger haben und möchten von sich aus ihre Unterstützung anbieten.

Dafür möchten wir uns heute gerne bedanken! Danke, dass Sie unser Projekt, und somit die vielen Waisenkinder in Simbabwe, denen wir eine Zuhause bieten möchten, tatkräftig unterstützen! Ohne Sie wäre der geplante erste Bauschritt am Ende des Jahres niemals möglich gewesen. Und gerade in schwierigen Zeiten diese Nächstenliebe zu spüren, hat uns wirklich sehr berührt. Es zeigt wieder einmal, dass man als Team, das zusammenhält, um einiges stärker ist.

Wir sind mehr als glücklich, diesen großen Meilenstein in einem Jahr wie diesem erreicht zu haben!

Wir freuen uns auf viele weitere erfolgreiche Jahre und hoffen weiterhin auf Ihre Unterstützung.

Geschrieben von Tanja Jakober, Mitglied des Vereins und der Projektgruppe „Öffentlichkeitsarbeit“

Afrika, Corona, Hunger

Auch an unserem Projekt geht das Corona-Virus leider nicht spurlos vorbei!

Da wir nicht wissen, wie sich die Situation in den nächsten drei Monaten vor allem in Afrika entwickeln wird, können wir im Moment nicht einschätzen, ob wir wie geplant mit unseren drei Volontären Anja, Arno und Tina nach Simbabwe fliegen können. Wir hätten geplant, mit dem Aufbau des ersten Kinderdorfes zu beginnen. Wir werden sehen, welche Pläne Gott für uns hat!

Die Situation in Simbabwe ist bisher stabil. Seit drei Wochen steht das Land unter Shutdown. Es gibt nur wenige bestätigte Covid-19 Fälle und vereinzelte Todesfälle. Dies kann jedoch verschiedene Ursachen haben. Zum Einen wird aufgrund der mangelnden Ressourcen nur sehr wenig getestet. Durchgeführte Tests müssen zur einzigen (!) Teststation nach Harare gebracht werden und viele Menschen haben keinen Zugang zu Tests.

Die medizinische Versorgung ist in Simbabwe ohnehin erschütternd, Intensivstationen gibt es nur in Harare und Bulawayo und auch dort sind die Betten äußerst begrenzt.

Am Besten sind wahrscheinlich die Menschen am Land dran, die sich ohnehin selbst versorgen. In den Städten könnte es kritisch werden. Nach drei Wochen Lockdown, ist die größte Sorge nicht das Virus selbst, sondern genügend Geld für Lebensmittel aufzutreiben. Denn die meisten Menschen leben von der Hand im Mund. Nur wenige können sich Großeinkäufe leisten, die meisten hätten auch keine Kühlschränke, um das Essen zu lagern. Viele Menschen sterben nun aus andere Gründen zuhause – zum Beispiel Schwangere Frauen, die nicht ins Krankenhaus kommen, weil keine Busse fahren. Malaria und andere Krankheiten sind in dieser Zeit tödlicher als je zuvor.

Unseren Freunden und Verwandten geht es gut, doch die Angst ist gross! Viele sagen: „Wenn schon die Reichen daran sterben, dann ist für uns alle Hoffnung schon verloren.“

Obwohl sich die Menschen aus Angst an die Ausgangssperren halten, ist es für viele Menschen schlicht weg unmöglich, nicht auf die Strasse zu gehen, um ihr tägliches Brot zu verdienen.

Hoffnung gibt uns, dass die Menschen in Simbabwe sehr stark sind. Sie haben schon viel durchgemacht und werden auch diese Krise überstehen. Wir beten, dass unsere geliebtes Heimatland von einer weiteren Katastrophe verschont bleibt.