Afrika, Corona, Hunger

Auch an unserem Projekt geht das Corona-Virus leider nicht spurlos vorbei!

Da wir nicht wissen, wie sich die Situation in den nächsten drei Monaten vor allem in Afrika entwickeln wird, können wir im Moment nicht einschätzen, ob wir wie geplant mit unseren drei Volontären Anja, Arno und Tina nach Simbabwe fliegen können. Wir hätten geplant, mit dem Aufbau des ersten Kinderdorfes zu beginnen. Wir werden sehen, welche Pläne Gott für uns hat!

Die Situation in Simbabwe ist bisher stabil. Seit drei Wochen steht das Land unter Shutdown. Es gibt nur wenige bestätigte Covid-19 Fälle und vereinzelte Todesfälle. Dies kann jedoch verschiedene Ursachen haben. Zum Einen wird aufgrund der mangelnden Ressourcen nur sehr wenig getestet. Durchgeführte Tests müssen zur einzigen (!) Teststation nach Harare gebracht werden und viele Menschen haben keinen Zugang zu Tests.

Die medizinische Versorgung ist in Simbabwe ohnehin erschütternd, Intensivstationen gibt es nur in Harare und Bulawayo und auch dort sind die Betten äußerst begrenzt.

Am Besten sind wahrscheinlich die Menschen am Land dran, die sich ohnehin selbst versorgen. In den Städten könnte es kritisch werden. Nach drei Wochen Lockdown, ist die größte Sorge nicht das Virus selbst, sondern genügend Geld für Lebensmittel aufzutreiben. Denn die meisten Menschen leben von der Hand im Mund. Nur wenige können sich Großeinkäufe leisten, die meisten hätten auch keine Kühlschränke, um das Essen zu lagern. Viele Menschen sterben nun aus andere Gründen zuhause – zum Beispiel Schwangere Frauen, die nicht ins Krankenhaus kommen, weil keine Busse fahren. Malaria und andere Krankheiten sind in dieser Zeit tödlicher als je zuvor.

Unseren Freunden und Verwandten geht es gut, doch die Angst ist gross! Viele sagen: „Wenn schon die Reichen daran sterben, dann ist für uns alle Hoffnung schon verloren.“

Obwohl sich die Menschen aus Angst an die Ausgangssperren halten, ist es für viele Menschen schlicht weg unmöglich, nicht auf die Strasse zu gehen, um ihr tägliches Brot zu verdienen.

Hoffnung gibt uns, dass die Menschen in Simbabwe sehr stark sind. Sie haben schon viel durchgemacht und werden auch diese Krise überstehen. Wir beten, dass unsere geliebtes Heimatland von einer weiteren Katastrophe verschont bleibt.

Weihnachten in Simbabwe Teil 2

Fortsetzung des ersten Teiles

Auch Ropa trafen wir in Bohera und durften ihren Eltern die erfreuliche Nachricht überbringen,dass wir eine Patenfamilie für Ihre 11 Monate alten Tochter gefunden hatten. Mit breitem Grinsen und klatschenden Händen – wie es sich in ihrer Kultur gehört – dankten die Eltern uns für die monatliche Unterstützung, die das kleine Mädchen nun erhalten wird. Sie freuten sich sehr über die Kleidung, Spielsachen und den Brief ihrer Patenfamilie. Was für ein tolles Weihnachtsgeschenk!
Ropa ist ein sehr liebes Mädchen, die sehr an ihrer Mutter hängt. Es ist nicht leicht, sie ohne ihrer Mutter zum Lachen zu bringen. Ihre jungen Eltern arbeiten sehr hart und sie sind sehr dankbare und genügsame Menschen. Sie leben in äußerst einfachen Verhältnissen, doch sie sind dankbar für die Arbeit und den sicheren Unterschlupf, die sie haben. Wir danken der Familie aus Polling, die mit der Patenschaft nicht nur ein, sondern gleich drei Leben verändert und verbessert hat. Durch sie hat Ropa eine Chance auf eine bessere Zukunft.

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Hier erfahren Sie, wie auch Sie Pate werden können.

Als wir nach drei Tagen Bohera verließen, machten wir uns auf den Weg nach Mutare, wo Martin seit seinem 8. Lebensjahr mit seiner Tante gelebt hatte. In der Nähe von Mutare haben wir von 2014 bis 2017 in einem Kinderheim mit 50 Kindern gelebt und gearbeitet. Auch diese Kinder besuchten wir natürlich – es ist uns jedoch nicht erlaubt Geschichten und Bilder von ihnen teilen.

In Mutare, wie auch anderen großen Städten konnte man die Veränderungen der letzten Monate deutlich spüren. Preise in den Supermärkten waren extrem gestiegen – mit einer neuen Währung („bond notes“) hatte man versucht, die finanziellen Probleme des Landes in den Griff zu bekommen, jedoch liefen diese immer mehr aus dem Ruder. Da mit diese Währung keine Zahlungen ins Ausland gemacht werden können, werden nun immer weniger Produkte importiert. Dies bedeutet, viele Geschäfte sind halb leer, extrem viele Produkte können nicht mehr erstanden werden oder kosten nun das dreifache. Menschen haben angefangen, sich Vorrat anzukaufen, deshalb von manchen Lebensmitteln nur eine bestimmte Anzahl gekauft werden.
Speziell Benzin und Diesel sind Mangelware, was das Land vor eine große Hürde stellt. Da nur mehr wenige Tankstellen über limitierte Treibstoff-Ressourcen verfügten, standen Menschen täglich hunderte Meter lang mit dem Auto an offenen Tankstellen Schlange. Oft warteten Menschen die ganze Nacht vor Tankstellen, um am nächsten Tag als erstes bedient zu werden, doch keiner wusste, wann der Benzin wieder fließen würde. Die Geduld der Menschen ist unbeschreiblich – es gab kein Hupen, ein Geschrei – nur wartende Menschen in ihren Autos und dies bei 35 Grad im Schatten. Manche warteten sogar den ganzen Tag, um dann um 16 Uhr festzustellen, dass der Benzin für den Tag aufgebraucht war.
Als der Benzinpreis dann auch noch verdreifacht wurde, kam es zwei Wochen nach unserer Rückkehr zu Protesten in der Hauptstadt. Die Ratlosigkeit steht den Menschen ins Gesicht geschrieben. Beten Sie mit uns, dass sich die politische und wirtschaftliche Situation des Landes bald verbessern wird.

Die zweite Woche unserer Reise verbrachten wir in Harare, wo Samuel leider am 31.12. krank wurde und wir den ganzen Tag im Krankenhaus verbracht haben. Zum Glück war es nur ein Virus und nicht Malaria! Aber natürlich erschwerte dies unsere Zeit ein wenig. Martin konnte trotzdem im neuen Jahr ein paar Behörden abklappern, um unser Projekt „Faith Farm Children’s Home“ ins Rollen zu bringen.

Mit unseren Plänen, unserem Business Plan und unserer Ansprechperson vor Ort fuhr er nach Chegutu zu unserem Grundstück, um dort die Einwohner des Ortes kennenzulernen. Es ist sehr wichtig, von Anfang an gute und klare Verhältnisse mit den Bewohnern und unseren zukünftigen Nachbarn zu schaffen. Sie alle und vor allem die Bürgermeisterin zeigten sich sehr hilfsbereit und enthusiastisch. Natürlich soll unser Vorhaben auch diesen Menschen Vorteile bringen – vor allem Arbeitsplätze.
Wir erfuhren, dass es in Chegutu und Umgebung bislang kein einziges Kinderheim gibt. Daher hoffen wir, dass wir bald mit dem Bau des ersten Kinderdorfes beginnen können.

Kurz vor unserer Abreise konnten wir alle das Grundstück besichtigen. Es war gerade Dank des Regens sehr grün. Aufgrund des vielen Regens konnten wir den Bau des Brunnens noch nicht in Angriff nehmen. Doch sobald die Regenzeit vorbei ist, sollte dem nichts mehr im Wege stehen. Auch der Zaun und eine Einfahrt zum Gelände werden dann errichten werden. Das Land ist von Harare mit einer einstündigen Autofahrt erreichbar, von Chegutu sind es nur 20 Minuten. Zu Fuss kann man den nahegelegenen Fluss und den Damm besuchen. Rundherum gibt es einige Bauern, die vor allem Tabak und Mais anbauen. Aber auch der Anbau von Mais, Reis und verschiedenen Gemüsegarten ist Dank dem guten Boden und der Feuchtigkeit gut möglich. Wir sind sehr dankbar und froh über dieses Grundstück, wo wir bestimmt sehr viel erreichen können.

Wir danken all unseren Spendern für ihre Großzügigkeit, ohne die wir nichts in Simbabwe tun könnten.

Im Frühjahr möchten wir Ihnen mehr über unsere Reise erzählen und Sie mit Fotos und Videos von diesem wunderschönen Land begeistern. Genaue Termine werden noch bekannt gegeben.

Im Moment arbeiten wir an einem Portfolio, mit dem wir in den nächsten Monaten Firmen besuchen und von unserem Vorhaben überzeugen wollen, um Sponsoren für das erste Kinderdorf zu finden. Falls Sie dazu Ideen oder Kontakte haben, würden wir uns über Ihren Input freuen.

Die letzte Reise hat uns noch einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, sichere und gute Unterkünfte für Kinder zu bauen und wie unabdinglich es ist, dort Landwirtschaft zu betreiben. Zum einen wegen der hohen Lebensmittelkosten und zum anderen, weil die Kinder dieses Landes unbedingt früh genug lernen müssen, wie sie sich selbst versorgen können. Wir kennen zu viele junge Erwachsene, die ihre Kindheit und Jugend in Heimen verbracht haben und die nun im Erwachsenenalter alleine da stehen – Ohne Familie, ohne Arbeit, ohne Fähigkeiten sich selbst zu versorgen.

Helfen Sie uns weiterhin mit einer Spende und/oder Ihrem Mitgliedsbeitrag von 25 Euro pro Jahr, diesen Kindern ein NEUES und BESSERES LEBEN zu ermöglichen.

Vielen Dank!

Reise nach Simbabwe Dezember 2018

Endlich ist es so weit!

Wir fliegen zu viert (d.h. mit unseren Kinden) am 22.12. nach Simbabwe! Die Vorfreude ist riesengroß!

Zum ersten Mal seit wir im Juli 2017 nach Tirol gezogen sind, werden ich und unsere beiden Jungs die Kinder wieder sehen, mit denen wir jahrelang durch dick und dünn gegangen sind. Die rund 50 Kinder werden ENDLICH Samuel kennenlernen können. Darauf haben wir so lange gewartet! Martin konnte die Kinder im Mai 2018 besuchen. Diese Kinder werden für immer unsere Familie bleiben und einen besonderen Platz in unserem Herzen haben. Sie haben uns so viel beigebracht und wir haben unglaublich schöne Zeiten miteinander verbracht.

Während dem Aufenthalt werden wir vorrangig an unserem neuen Projekt arbeiten.

Mit unserem Projekt „Faith Farm Children’s Home“ wollen wir Kindern, die keine Eltern und keine Zukunft haben, eine neue Chance im Leben geben. Wir werden also das Land, das wir vom Staat zur Verfügung gestellt bekommen haben, besichtigen und dort mit einem professionellen Brunnenbauer einen Brunnen bohren. Dazu konnten wir in den letzten Monaten durch IHRE HILFE genug Spenden sammeln. Aber natürlich ist der Bau des Brunnens nur der Anfang. Wir müssen das Land dringend einzäunen, Tiere und Werkzeuge ankaufen und dann die ersten Häuser bauen. Hierbei fehlt es noch an Ressourcen.

Während unserem 2-woechigen Aufenthalt in unserer zweiten Heimat werden wir auch die Familien besuchen, die wir mit Kurima unterstützen. Wir wollen ihnen ein besonderes Weihnachtsgeschenk (in Simbabwe „Christmas box“ genannt“) bereiten – wie dieses Geschenk aussieht werden Sie in einem der nächsten Updates lesen und sehen.

An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich bei allen Mitgliedern des Vereins, bei allen Spendern, freiwilligen Helfern, Freunden und Verwandten, die uns in den letzten Monaten so tatkräftig unterstützt haben. Ohne SIE könnten wir nichts machen. Wir fühlen uns geehrt und wir sind sehr dankbar für Ihr Vertrauen. 

Wir wünschen Ihnen eine schöne, besinnliche und friedliche Adventzeit.

Martin, Nicole, Lovejoy und Samuel

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Sonnenuntergang in Bohera