Generalversammlung am 12.5.2022

Zwei Jahre sind schon wieder vergangen und es wird Zeit für die nächste Generalversammlung. Dazu laden wir all unsere Mitglieder und all jene Personen ein, die es noch werden möchten.

Die Versammlung wird dieses Mal am 12.5.2022 um 18h30 in der Aula der Volksschule Innere Stadt stattfinden. (Angerzellgasse 12, 6020 Innsbruck)
Wir werden die Gelegenheit nutzen, um Ihnen Informationen und Bilder der letzten Reisen und des Aufbaus des „Faith Farm Children´s Home“ zu zeigen. Außerdem werden die Kassiere einen Finanzbericht abliefern und es werden Neuwahlen stattfinden.

Falls auch Sie Lust haben, in unserem Vorstand mitzuwirken, können Sie sich gerne Vorab bei uns melden. Wir würden uns sehr darüber freuen.

Wir danken der Direktorin der Volksschule Inneren Stadt für das Bereitstellen der Räumlichkeiten und dem ganzen Personal, den Kindern und Eltern für die tatkräftige Unterstützung in den letzten Jahren.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im Mai.

Der Vorstand von Kurima – Neues Leben für Simbabwe

Ein vorweihnachtliches Wunder

Kupa, der 2016 mit einem offenen Rückenmark und Wasserkopf zur Welt gekommen ist, wurde im Jahr 2017 operiert. Die nötigen finanziellen Mittel dafür konnten wir damals durch einen Spendenaufruf auftreiben. Jede körperliche Betätigung war für Kupa eine große Herausforderung. Er konnte erst mit ca. drei Jahren sitzen, konnte sich nur durch Robben am Sandboden fortbewegen und musste von seiner Mutter getragen werden, wenn sie weitere Distanzen zu bewältigen hatten. Die Mutter ist selbst seit Jahren krank und hat noch zwei Söhne, einer davon ist taub-stumm! Der Vater arbeitet auf einer zwar nahegelegenen Farm, ist aber trotzdem selten Zuhause, weil er auf die Tiere der Farm aufpassen muss.

Da die Familie am Land lebt, ist es immer ein großer zeitlicher und finanzieller Aufwand, wenn Kupa zum Arzt oder zur Physiotherapie in die Hauptstadt fahren muss. Bei der Physiotherapie in Harare lernte die tüchtige Mutter, wie sie ihrem Sohn auch zuhause helfen konnte – so stellte sie ihn beispielsweise in einen Kübel, damit er stehen lernen konnte. Sie arbeitete und trainierte ständig mit dem Kleinen. Da sich eine Familie aus Tirol Anfang 2020 für eine Patenschaft interessierte, schlugen wir vor, dass sie Kupa als Patenkind übernehmen konnten. Gesagt getan. Das Paar aus Innsbruck unterstützt Kupa nun monatlich, damit seine medizinische Versorgung gesichert ist und er auch in allen anderen Lebensbereichen gut versorgt ist.

Im Sommer 2021 konnten wir einen Brief, Fotos und Geschenke von der Patenfamilie für Kupa und seine Familie mitnehmen. Sie freuten sich riesig über die Aufmerksamkeit und waren sehr dankbar. Vor ein paar Monaten, als wir Kupa besuchten, robbte er noch fröhlich am Boden herum. Aus heiterem Himmel erhielten wir im Herbst ein Video von dem kleinen Jungen, in dem er laufend zu sehen war. Die Mutter berichtete uns hoch erfreut, dass Kupa in den vergangenen Wochen gehen gelernt hatte. Es sieht zwar noch sehr beschwerlich aus, aber für Kupa und seine Familie ist dies ein riesiger Meilenstein. Für uns war es wie ein Wunder und zeigte uns erneut, was mit harter Arbeit und felsenfestem Glauben alles möglich ist.

Auf diesem Wege möchten wir uns bei allen Spendern bedanken, die die Operation von Kupa ermöglicht haben und bei der Patenfamilie von Kupa, die dem Kleinen ein besseres Leben ermöglicht! vielen vielen Dank!!

Hier ein paar Bilder vom kleinen Sonnenschein Kupa und seiner Familie:

Faith Farm Children´s Home Update September 2021

Im Sommer 2021 war es endlich so weit – wir konnten wieder nach Simbabwe reisen. Martin war insgesamt 7 Wochen dort, Anja, ich und unsere beiden Söhne reisten Anfang August nach und blieben 4 Wochen.

Die meiste Zeit verbrachten wir in Chegutu und konnten beim Aufbau des ersten Kinderdorfes (insgesamt sollen drei Dörfer in Zukunft entstehen) dabei sein.

Der Baufortschritt in dieser kurzen Zeit war enorm. Als wir ankamen hatten erst drei Hütten ein Dach. Als wir nach Hause flogen, fehlte nur mehr bei zwei von den acht Hütten das Dach. Während unseres Aufenthaltes konnten wir sogar schon in der Hütte der zukünftigen Mutter schlafen. Diese war schon komplett fertig gestellt – auch ein Badezimmer befindet sich dort und die Toilette und Dusche wurde mit fliesendem Wasser ausgestattet. Es war eines der größten Highlights für mich, als ich zum ersten Mal die Klospülung betätigte und diese funktionierte!

Dinge, die für uns in Europa so normal sind, sind dort eine große Herausforderung und ein Segen, wenn man sie hat. Der Bauer Sixtus und seine Frau benutzen jeden Tag ein Plumpsklo – zumindest wurde für sie ein richtiger Klositz installiert. Aber man lernt auch sehr schnell mit weniger zurecht zu kommen und vermisst den Luxus, den wir in Österreich haben nicht wirklich. Es tut sogar gut, mal ohne Strom und Internet zu leben. Man entwickelt einen gesunden Tagesrhythmus, da man früh schlafen geht (ab 18 Uhr ist es dunkel und im Winter auch kalt) und man steht früh wieder auf. Als wir ankamen war es anfangs noch frisch, am Abend und in der Nacht sogar richtig kalt. Aber nach zwei Wochen war es untertags schon richtig heiß – 31 Grad – der Frühling war also angekommen. Nur in Harare, in der Hauptstadt ist es eigentlich fast immer kühler.

Der Alltag im Faith Farm Children´s Home sieht ungefähr so aus:

Sixtus kümmert sich um die Tiere, vor allem um die Ziegen, da diese aufs Feld müssen, er geht also mit ihnen raus und passt auf, das kein Tier abhanden kommt. Martin und Sixtus haben für die 30 Ziegen einen Stall aus Holz und getrocknetem Gras gebaut, damit sie mehr Platz haben. Auch die Hühner und die drei Welpen haben einen neuen Schlafplatz bekommen. Die Frau von Sixtus hilft im Garten mit und kümmert sich um die Kinder und um das leibliche Wohl ihrer Familie.

Auch Anja und ich halfen beim Kochen am Feuer mit – ein schwieriges Unterfangen, da sich die Tiere meistens frei bewegen und vor allem die Hühner schwer vom Essen wegzuhalten sind. Das Waschen mit der Hand war auch eine Herausforderung für uns. Die Wäsche wird nämlich wirklich sehr schmutzig vom ganzen Dreck und Staub, in dem man sich den ganzen Tag befindet. Also hatten auch wir vormittags meist genug Arbeit mit Wäsche waschen, kochen und unsere Hütte aufräumen. Ein Haus sauber zu halten ist nicht einfach, wenn überall Sand liegt. Wenn das Kinderheim fertig gebaut ist, wollen wir unbedingt einen Rasen anlegen.

Bevor die Dusche funktionierte, mussten wir mit einem Kübel baden – Wasser vom Brunnen holen, Wasser aufwärmen und sich so gut wie möglich waschen. „Wie sollen wir uns eigentlcih die Haare waschen?“, fragte mich Anja einmal ganz verlegen. Meine Antwort: „Einfach den Kopf in den Kübel stecken, Haare nass machen und waschen!“ Die einfachsten Dinge, werden dort zur Herausforderung, bis man sich eben daran gewöhnt hat. Alles dauert etwas länger, aber Stress hatten wir (und auch die anderen) zum Glück keinen, also konnten wir diese ungewöhnliche Situation genießen und oft herzhaft über uns selbst lachen.

Der Aufbau der acht unterschiedlich großen Hütten ist also voll im Gange. Moses, der Bauleiter und seine 6 Mitarbeiter (seine Brüder und ein Cousin) arbeiten unermüdlich, von 7 Uhr morgen bis 18 Uhr abends, wenn die Sonne untergeht – meistens sieben Tage die Woche. Sie sind alle weit von ihren Familien entfernt, arbeiten sehr hart und haben trotzdem immer ein Lächeln und einen Scherz auf den Lippen. Jedes Mal wenn wir an ihnen vorbei gingen, begrüßten sie uns freundlich und lernten vor allem Anja neue Shona Begrüßungen und Wörter.

Die erste Nacht in Chegutu fühlte ich mich ein bisschen unsicher und schlief nicht gut. Doch die beiden großen Hunde Lion und Shumba beschützten und bewachten unsere Hütte meist die ganze Nacht – so fühlten wir uns sicher und hatten keine Angst. An unserem vorletzten Abend wollten uns die Bauarbeiter etwas vorführen. Wir waren sehr gespannt und dachten, sie wollten uns einen traditionellen Tanz zeigen. Zu unserem Erstaunen führten sie uns alle mögliche Karatetricks vor. Wir waren begeistert und fühlten uns natürlich noch sicherer. Moses, der älteste Bruder, der auch der Chef von allen ist, ist ein sehr liebenswürdiger und ehrlicher Mann – ein großartiger Führer für seine Schützlinge. Er hat den schwarzen Gürtel in Karate und lernt es den anderen. So haben sie einen Ausgleich zur Arbeit und verbringen ihre Freizeit mit sinnvollem Training. Meistens stehen sie um 3 Uhr früh auf und trainieren eine Stunde. Auch Abends wird oft noch beim Lagerfeuer trainiert. Wir waren überaus beeindruckt von ihrer Motivation und ihrer positiven Einstellung.

Während der vier Wochen, die wir dort verbracht haben, arbeiteten die Männer vor allem an der größten Hütte, welche als Küche und Aufenthaltsraum dienen wird. Sie hat einen Durchmesser von 9 Metern. Als sie fertig gemauert war, arbeiteten sie ein paar Tage lang am Dach, anschließend wurde sie innen und außen verputzt. Es war wirklich toll, jeden Tag den Baufortschritt mitzuerleben.

Anja und ich halfen Mai Ane (Frau von Sixtus) dabei einen Zaun für den Garten zu bauen, damit die Hühner und Ziegen nicht alles abfressen können. Dabei verwendeten wir auch Äste und getrocknetes Gras bei dem wir aufpassen mussten, dass sich keine Schlangen darunter versteckten.

Wir waren an vielen verschiedenen Orten, aber die Kinder genossen die Zeit in Chegutu am meisten. Dort hatten sie Platz zum herumlaufen, sie machten Feuer, sie spielten mit Sand und mit den Tieren – naturverbunden und ohne Spielsachen ist es für die Kinder am Schönsten.

Abends kochte Mai Ane immer für alle Sadza (Maismehlbrei) mit Gemüse, Bohnen, Fisch oder Fleisch. Wir saßen am Boden, am Lagerfeuer, unterhielten uns schauten in den Sternenhimmel der zum Greifen nah schien. Am ersten Abend, als wir mit unseren Taschenlampen am Weg zu unserer Hütte waren, blieb Anja auf einmal stehen und zeigte erstaunt zum Himmel. Sie traute ihren Augen nicht und fragte verblüfft: „Ist das echt die Milchstraße?“ Als wir nickten konnte sie es kaum glauben. Es war wirklich wunderschön. Auch der Vollmond und die Sonnenuntergänge sind dort wunderschön – fast kitschig. Ein weiteres Erlebnis war, dass wir Abends Löwen hörten – das Brüllen klang als wären sie nur ein paar Meter von uns entfernt. Aber tatsächlich leben sie ungefähr 5 Kilometer vom Kinderheim entfernt in einem kleinen Nationalpark, den wir dann auch mal besuchten.

Obwohl wir vor der Reise sehr aufgeregt und auch besorgt waren, vor allem wegen der angespannten (Covid-) Situation, war die Zeit unglaublich schön und einfacher als wir es uns vorgestellt hatten. Natürlich war es teilweise anstrengend, da wir mit sehr viel Gepäck reisten (Anja, die Kinder und ich brachten 8 Koffer nach Simbabwe, mehr als die Hälfte davon Spendengüter für das Kinderheim) und auch oft zu verschiedene Orte mussten. Überall mussten wir unsere Lebensmittel, warmen Decken und Kübel zum Baden mit hinnehmen. Doch wir waren ein gutes Team, meist gut drauf und alle kerngesund, worüber wir sehr froh waren. Wir sind dankbar für jedes Erlebnis, jede Person, die wir treffen konnten, jede Arbeit, die wir verrichten konnten. Wir sind uns sicher, dass wir nächstes Jahr wieder hinfliegen werden!

Am 10.12. werden wir voraussichtlich wieder beim Dinnerclub in Innsbruck kochen. Sarah Wegscheider wird für Kurima singen und wir werden über unsere Reise berichten. Genauere Informationen dazu folgen noch.

Danke für Ihre Unterstützung, ohne welche wir unseren Traum vom eigenen Kinderheim nicht verwirklichen könnten.

Alles Liebe inzwischen,

Nicole

Aufbau des ersten Kinderdofes

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass der Aufbau des ersten Kinderdorfes für 10 Kinder im November 2020 begonnen hat!

Leider konnten wir (Martin, Nicole, Anja, Arno, Tina) nicht wie geplant im Juli 2020 nach Simbabwe fliegen, um mit dem Aufbau zu beginnen. da wir nicht wissen, wann wir aufgrund der Situation von Covid-19 nach Simbabwe fliegen können, haben wir beschlossen, ohne unserer Anwesenheit mit dem Aufbau zu beginnen.

Dazu haben wir die Hilfe von Martins Bruder Raymond in Anspruch genommen. Er und Mama Nomsa arbeiten nun gemeinsam vor Ort und kümmern sich darum, dass der Aufbau so reibungslos wie möglich von statten gehen kann. Sie sind verantwortlich für die Einkäufe der Baumaterialien, für das Verhandeln der Preise, für administratorische Aufgaben, wie Buchhaltung, für die Bezahlung der Bauarbeiter, sie besuchen das Kinderheim, um Fortschritte oder eventuelle Mängel festzustellen, Fotos zu machen und uns auf dem Laufenden zu halten. „Uncle Ray“ und „Mama Nomsa“ arbeiten sehr gut mit dem Bauer Sixtus und dem Bauarbeiter-Team zusammen, so dass die Arbeit bis jetzt unproblematisch funktioniert.

Seit Weihnachten 2020 steht nun die erste Hütte des Dorfes, nämlich das erste der beiden Badezimmer mit 3 Metern Durchmesser. Es wurde sogar schon mit Fliesen ausgelegt und sieht sehr sauber aus.

In den letzten Wochen, arbeiteten die Bauarbeiter an den Fundamenten aller anderen 7 Hütten, die nun nach und nach in den nächsten Monaten aufgebaut werden sollen. Das gesamte Dorf mit allen 8 (unterschiedlich großen) Hütten und eine Abwasser/Kläranlage soll in den nächsten Monaten auf unserem Grundstück entstehen.

Wir sind unglaublich stolz und dankbar, dass der Bau endlich beginnen konnte! Das letzte Jahr war eine große Herausforderung für uns alle. Umso erstaunlicher ist es, dass wir in solch einem Jahr mit dem Aufbau beginnen konnten! Ohne die großartige Unterstützung unzähliger freiwilliger Helfer und großzügiger Spender hätten wir das nicht geschafft. Das Projekt trägt nicht ohne Grund den Namen „FAITH FARM CHILDRENS HOME“ 🙂

Hier noch ein paar Foto aus Simbabwe: