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Fakten
Der Binnenstaat Simbabwe mit der Hauptstadt Harare, welcher auch als ehemaliges Rhodesien bekannt ist liegt im südlichen Afrika. Der Name Simbabwe bedeutet „Steinhäuser“ in der Sprache der Shona und geht auf die Ruinen namens „Great Zimbabwe“ zurück.

In Simbabwe herrscht subtropisches bis tropisches Klima mit heißen, feuchten Sommertagen und Trockenzeiten im Winter mit Nachtfrost bis zu Minus 5 Grad. Die Regenzeit dauert meist von November bis März.

Mais gilt als Hauptnahrungsmittel in Simbabwe. Er wird auf verschiedene Arten verzehrt, jedoch meist in Form von Sadza. Dies ist ein aus Maismehl zubereiteter Brei, der nur mit Wasser und ohne Salz gekocht wird. Der Brei enthält zwar viele Kohlenhydrate aber fast keine Nährstoffe. Viele Menschen in sehr armen Gegenden sind gezwungen diesen Maisbrei drei mal täglich ohne Beilage zu essen. Normalerweise aber wird zum Sadza ein Spinat-ähnliches Gemüse, Bohnen, Fisch oder Fleisch gegessen.

Fast 95 Prozent der Einwohner Simbabwes sind Christen. Ungefähr 65 % von ihnen besuchen regelmäßig den Gottesdienst, da der Glaube in Simbabwe eine sehr wichtige Rolle spielt und dies für viele die einzige gesellschaftliche Aktivität der Woche ist.

Die Fläche Simbabwes ist in etwa so groß wie die von Deutschland und Belgien zusammen (390.757 km2), die Einwohnerzahl wird auf 13.061.000 geschätzt (Stand: 17.08.2012). Das Land ist geprägt von Hunger, Arbeitslosigkeit, Energieknappheit und Binnenflucht.

In keinem Land der Welt sank die Lebenserwartung der Einwohner so drastisch wie in Simbabwe – in weniger als einem Jahrzehnt verringerte sie sich von 55 auf 44 Jahre. Jedoch schien sie in den letzten Jahren wieder zu steigen.

Eines der Hauptprobleme des Landes stellt HIV und AIDS dar, denn etwa ein Siebtel der aller Erwachsenen, sind nach offiziellen Angaben von der tödlichen Krankheit betroffen. Fast 80 Prozent der infizierten Jugendlichen sind weiblich. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Anzahl der AIDS-Waisen auf 1,3 Millionen geschätzt wird. In dieser Zahl sind Kinder, die aus anderen Gründen elternlos geworden waren, nicht mit inbegriffen. Die extreme Armut zwingt immer noch extrem viele Mütter dazu, ihre Babys oder Kleinkinder auszusetzen und das Land zu verlassen.

Im Jahr 2008 breitete sich in Simbabwe eine Choleraepidemie aufgrund von Trinkwassermangel aus, die sogar zur Ausrufung des nationalen Ausnahmezustandes führte. Diese Epidemie forderte mehr als 4.000 Menschenleben.

Gründe für die Armut und die wirtschaftlichen Probleme des Landes können in der Regierung des Landes gefunden werden.

Noch vor 20 Jahren galt das Land als eines der wirtschaftlich stärksten Lander Afrikas. Jedoch verschlechterte sich die Wirtschaftslage seit den 1990ern substantiell, aufgrund der diktatorischen Regierungsführung. Von 1998 bis 2008 halbierte sich die Wirtschaftsleistung! Ende 2008 kamen aufgrund der Hyperinflation mit einer Inflationsrate von 100.000%, mangelnder Investitionen, Energieknappheit etc. fast alle wirtschaftlichen Bereiche zum Erliegen. Die Einführung des US-Dollars im Jahr 2009 entlastete die schlechte wirtschaftliche Lage nur vorübergehend.

Simbabwe wurde 30 Jahre lang von Robert Mugabe regiert. Erst im November 2017 kam Emmerson Mnangagwa, nach einem Militärputsch als Präsident an die Macht. Offizielle Wahlen sollen jedoch im Juli 2018 stattfinden. Der Umschwung der politischen Lage lässt die Einwohner Simbabwes neue Hoffnung für eine bessere Zukunft schöpfen.

Das Leben in Simbabwe

Wie kann man sich das Leben in Simbabwe vorstellen?
(Aus Nicole’s Sicht)

In großen Städten, wie Harare oder Bulawayo, können sich wohlhabende Menschen an einem sehr guten Leben erfreuen. Es gibt gute Schulen, Universitäten, Einkaufszentren, Nationalparks, Hotels, Restaurants etc. Doch die Kluft zwischen arm und reich ist riesengroß. Schon wenn man durch die Stadt Harare fährt, wird man an jeder roten Ampel von Straßenverkäufern oder Straßenkindern angesprochen. Die Nebenstraßen sind voll von Frauen, die Gemüse und Obst verkaufen, manche versuchen sich durch Betteln über Wasser zu halten. Nicht selten sieht man kleine Kinder mit ihren sehbehinderten Eltern durch die Straßen ziehen. Diese haben mich immer besonders traurig gemacht und schockiert. Das Leben in der Stadt ist also sehr hektisch, laut und schmutzig. Recycling ist für die meisten Simbabwer noch ein Fremdwort, noch dazu gibt es nur wenige Recyclinganlagen und somit wird der meiste Müll in Feldern, neben der Straße verbrannt, was zu sehr viel Smog führt.

Auf der anderen Seite gibt es in Simabwe unzählige, naturbelassene Orte, wo man vor einzigartigen Pflanzen und Tieren aus dem Staunen nicht mehr heraus kommt.

IMG_9149In ländlichen Gebieten, die von Trockenheit und Arbeitslosigkeit geprägt sind, kämpfen Familien täglich ums Überleben. Bewundernswert ist dabei der friedliche Umgang und die Hilfsbereitschaft der Menschen. Die meisten Menschen in Simbabwe sprechen Shona und sie lernen von klein auf Englisch in der Schule. Am Land ist es jedoch nicht ungewöhnlich, dass Kinder nur ein paar Jahre oder gar nicht in die Schule gehen können, da sich ihre Eltern weder Schulgelder, noch Schuluniformen leisten können. Diese Familien halten sich meistens mit Eigenanbau von Mais und Gemüse irgendwie über Wasser. Viele Menschen haben noch dazu ein paar Ziegen, Hühner, Kühe oder Truthähne, aber diese Familien zählen schon zu den besser gestellten. Obwohl ich lange dort gelebt habe, verstehe ich teilweise heute noch nicht, wie manche Familien überleben. Für die Menschen in Simbabwe stellt der Glaube an Gott die größte Bereicherung im Leben dar und sie glauben fest daran, dass Gott ihnen in jeder Lebenssituation helfen wird. Dieser starke Glaube der Menschen hat mich sehr beeindruckt und auch meine Einstellung zum Leben und meinen Glauben stark beeinflusst. Denn in Wahrheit haben wir Menschen selbst wirklich wenig Macht darüber, was uns im Leben zustößt oder nicht. Aber man kann hart arbeiten und sich im Glauben und in der Gemeinschaft stärken.

Das Leben eines 12-jährigen Mädchens, welches am Land in Simbabwe lebt, sieht so aus:
5 Uhr aufstehen, Wasser vom nächsten Brunnen holen – dieser kann einige Kilometer entfernt sein. Mit dem Wasser wird Tee und Porridge (aus Maismehl) oder Süßkartoffel auf Feuer gekocht. Das Feuer wird meist von den älteren Brüdern oder den Eltern gemacht. In der Zwischenzeit badet sich das Kind mit dem restlichen Wasser aus einem Kübel in einem gemauerten „Badezimmer“, welches nur ein Loch im Boden als Abfluss hat und zieht sich ihre Schuluniform an.

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Um 6 Uhr weckt es ihre kleinen Geschwister und badet auch diese. Ihre Mutter wäscht die Nachtkleidung der kleinen Kinder und das Mädchen beginnt den Hof mit einem Besen zu reinigen. Um 7 Uhr wird das Frühstück gegessen. In den Sommermonaten unter einem Baum im Schatten – in der Winterzeit sitzen die Familienmitglieder im Kreis am Feuer, um sich warm zu halten.

Spätestens um 7.20 verlässt das Mädchen ihr Zuhause und macht sich auf den langen Schulweg durch Büsche und Felder.

Um 8 Uhr startet der Unterricht, welcher immer mit einer Andacht beginnt. Dabei wird auch kontrolliert, ob alle Kinder ihre Uniform angemessen und sauber gebügelt tragen. Kinder ohne Uniform oder Schulgelder werden zurück nach Hause geschickt.

Im Unterricht lernen die Kinder Shona, Englisch, Mathematik, Musik, Religion, Sachunterricht, Chemie und andere Nebenfächer. In einer Klasse sitzen bis zu 50 Kinder – die Lehrpersonen sind meist sehr streng und bestrafen die Schüler bei falschen Antworten oder unangemessenem Verhalten hart. Körperliche Strafen stehen an der Tagesordnung.

Um ca. 15 Uhr macht sich das Mädchen wieder auf den Heimweg, um dann zu Hause ihre Schuluniform mit der Hand zu waschen und den Gemüsegarten zu gießen. Das Wasser muss selbstverständlich wieder vom Brunnen geholt werden. Anschließend um ca. 17 Uhr hilft sie ihrer Mutter beim Kochen von Sadza und Gemüse. Nach dem Essen macht sie bei Kerzenlicht in der kleinen Hütte, wo auch ihre Eltern und Geschwister schlafen, ihre Hausaufgaben. Und schläft gegen 20 Uhr.
Damit Sie sich das Leben in Simbabwe etwas besser vorstellen können, haben wir hier ein Videofür Sie bereitgestellt. In diesem Video muss eine Frau händisch Mais mahlen, weil sie sich die Kosten von 1 US-Dollar für die öffentliche Mühle nicht leisten kann.